Es kommt drauf an!

Es klingt ja fast so, als müsste man ab einem bestimmten Alter – das fängt bei manchen schon mit 40 an – langweilige Outfits und gedeckte Farben tragen. „Bin schon zu alt für Mode“ – höre ich immer wieder. Niemand ist zu alt für Mode! Es kommt immer auf die richtige Dosis an und auch auf das Wissen, was einem stil- und farbenmäßig passt und ob mir gewisse Trends stehen.

 

Natürlich sieht eine Endfünfzigerin in einer Leoprint- Jogginghose mit überlangem Shirt und Gladiatorensandalen aus, als hätte sie sich im Kleiderschrank der Enkelin bedient. Aber Sie werden lachen, es gibt trotzdem Frauen, wenn auch nur wenige, die so etwas tragen können, weil sie der Typ dazu sind. Aber das sind Ausnahmen. Frau muss wissen, was ihr steht, welche Kleidung ihre Persönlichkeit unterstreicht und welcher Stil ihr schmeichelt.

Meine Freundin Gertrud, heuer war sie 80 Jahre alt, ist ein Beispiel, dass das Alter keine Ausrede ist, sich nicht modisch zu kleiden. Als ich sie vor ein paar Wochen in München getroffen habe, trug Sie eine modische, mittelblaue, kurze Jacke aus festem Jerseystoff mit Trompetenärmel und einem tollen Kelchkragen. Eine passende, mehrreihige Kette aus schimmernden, kleinen, silberfarbenen Steinen machte den Kelchkragen komplett. Dazu kombinierte sie eine schmale, hellgraue Hose (in der Farbe ihrer Haare) und einen dunkelblauen, modischen, nicht zu hohen Slingpump (vorne geschlossen, hinten offen). Sie war eine Augenweide und man sah, wie wohl sie sich fühlte. Bei Klassentreffen sieht sie immer aus, als säße sie im falschen Jahrgang. Sie genießt ihren Stil. Und das Beste ist, sie hat relativ wenig Kleidung, dafür vielseitig kombinierbar. Das meiste sind Basics, die sich relativ variabel einsetzen lassen. Mit Accessoires peppt sie auf.

Sie haben sich verändert

Bestimmt würden Sie manche Outfits heute nicht mehr tragen. Genauso haben sich frühere, körperliche Vorzüge mit zunehmendem Alter zum Nachteil verändert. Dort, wo nie ein Bauch war, ist heute einer und die Haut am Oberschenkel ist auch nicht mehr das, was sie einmal war.

Überschreiten Sie keine Grenzen

Es gibt feine Grenzen. Nur, wo liegt die Grenze bei Ihnen? Ich kann Ihnen leider keinen allgemeinen Rat geben, da es bei jeder Frau unterschiedlich ist. Was bei der einen super aussieht, sieht bei der anderen total daneben aus. Es gilt herauszufinden, was Sie alt macht oder was viel zu jugendlich wirkt. Finden Sie heraus, was Sie jenseits der 40, 50 oder 60 Jahren einen Tick jünger und modischer erscheinen lässt.

Mit diesen 4 Tipps können Sie eine zu einer stilvollen, Ihrem Geschmack und auch der Mode entsprechenden Kleidungsweise finden:

  1. Basics

Das bedeutet, dass Ihre Grundgarderobe zeitlos und klassisch sein soll. Kaufen Sie sehr gute Qualität und vorteilhafte, zeitgemäße Schnitte. Sie sind die Grundlage für jede Garderobe. Gute Qualität deshalb, weil die Spannkraft Ihres Körper nachlässt und Ihr Bindegewebe schwächer wird. Gute Stoffe unterstützen Sie dabei, die Zeichen der Zeit ein wenig abzumildern. Das heißt jetzt nicht, dass jede Frau die gleichen Basics haben muss. Es geht darum, dass Basics ohne Schnickschnack Ihrer Figur schmeicheln und dass die Stoffe und Farben zu Ihnen passen.

  1. Zeitlos und zeitgemäße Schnittführung

Apropos zeitgemäß: Das weiße Lieblings-Sommerkleid, das Sie vor 20 Jahren in Sommerurlaub gekauft haben, darf sich zur Ruhe setzen. Es hat Ihnen lange und gut gedient. Sie haben sich ein neues verdient. Auch die zeitlosesten Basics haben ein Ablaufdatum.

Warum ist das ein so wichtiger Faktor – gerade für die erwachsene Garderobe? Ganz einfach:

Ihr Körper verliert mit dem Alter an Kontur und Spannkraft

Die Schwerkraft und schwächeres Bindegewebe lassen sich auf Dauer nicht aufhalten. Aber diese Konturen können Sie wieder herstellen: mit perfekten Basics von hoher Schnitt- und Schneiderkunst und schmeichelnden Materialien. Diese sind wie ein Gerüst, das Ihnen hilft, sich aufzurichten und die Zeichen der Zeit zu dämpfen.

Achten Sie auch bei zeitlosen Basics auf zeitgemäße Schnittführung und Stil!

Leider haben auch die zeitlosesten Mode-Basics irgendwann ihr Verfallsdatum. Das liegt daran, dass sich langsam über die Zeit hinweg neue Silhouetten entwickeln, die in die aktuelle ästhetische Formensprache aufgenommen werden. Beispielsweise sind heute Blazer aus den 90er Jahren nicht mehr tragbar – auch wenn Boyfriend-Blazer* wieder angesagt sind. Ihre Schnittform hat sich an entscheidender Stelle geändert: an der Weite der Ärmel und an der Schulterbreite.

* Ein oberschenkellanger Blazer – oben breiter, unten schmal, einreihig, etwas oversized.

Glücklicherweise sind diese Zyklen bei „zeitlosen“ Basics wesentlich länger als bei trendigen Kleidungsstücken. Dennoch sollten Sie jedes Jahr überprüfen, welche Ihrer Basics gerade noch zeitgemäß sind oder wo Sie eventuell einen Austausch vornehmen müssen. Achten Sie dabei nicht nur auf die Silhouette und Schnittführung. Beurteilen Sie auch: Entspricht dieses Detail noch meinen persönlichen Vorlieben? Denn auch erwachsene Frauen können aus ihrer Kleidung quasi herauswachsen. Wenn Sie sich stylistisch weiter entwickelt haben, dann fühlen Sie eine gewisse Unzufriedenheit mit Ihren bisherigen Lieblingsstücken. Achten Sie auf diese Signale! Wenn Sie Ihre Basics entsprechend aktualisieren, wird dies Ihren Look um Klassen verbessern und auffrischen!

  1. Integrieren Sie aktuelle Trends in Ihren Look – aber nur die richtigen und in der richtigen Dosis!

Dieses coole Outfit meiner Blogger-Kollegin Chrissie aus der Edelfabrik zeigt, dass die Jeans-T-Shirt-Kombi auch ganz modern interpretiert werden kann. Das Nummernshirt assoziiert Jugendlichkeit, die Silhouette kombiniert dem Oversize-Trend mit schmalem Unterkörper, die Jeans sind zeitgemäß gekrempelt und legen die Knöchel frei. So können die klassischen Schnürschuhe im angesagten Metallic-Look wunderbar wirken. Ein erwachsener Trend-Look mit Lässigkeits-Faktor.

Nur zeitlose Basics zu tragen, wäre natürlich langweilig und würde Sie irgendwann ins alterslose, uninspirierte Mode-Nirwana transportieren. Mit zunehmendem Alter besteht die modische Kunst darin, die richtigen Trends für den eigenen Stil, den eigenen Körper und die eigenen Lebensumstände herauszufinden und sich dabei über das individuelle, richtige Maß der Dinge im Klaren zu sein.

Grundsätzlich gilt: Sie können jeden Trend mitmachen, wenn er genau zu Ihrer Stilpersönlichkeit passt. Dabei ist das Alter völlig irrelevant. Das Wichtigste ist Ihr Mut zur Lücke. Denn Sie sollten auf keinen Fall jeden Trend mitmachen. Sondern extrem kritisch prüfen, ob ein angesagter Modestil zu Ihren Stil-Facetten passt und ob er Ihren Basics den entscheidenden Kick geben kann.

Haben Sie sich in einen Trend verliebt, der zu hundert Prozent Ihrer Stil-Persönlichkeit entspricht, dann erst kommt der zweite Schritt: Legen Sie die richtige Dosis im Look fest! Die richtige Stil-Dosis hat zwei Komponenten: Ausmaß und Platzierung.

Das Ausmaß entscheidet darüber, welche Körperfläche insgesamt für den Trend zur Verfügung gestellt wird. Mein Rat dazu: Vermeiden Sie Komplett-Looks! So laufen Sie am ehesten Gefahr, ins „altersgerechte“ Mode-Fettnäpfchen zu treten. Arbeiten Sie stattdessen mit wohl dosierten, stilistischen „Mode-Zitaten“, beispielsweise bei Accessoires. Diese zeigen, dass Sie modisch up-to-date sind, aber eben kein Modeopfer.

Die Platzierung wiederum ist wichtig, da Trends den Blick auf sich ziehen. Und diesen wollen Sie sicherlich auf Ihre körperlichen Vorzüge lenken, nicht wahr? Überlegen Sie also ganz genau, an welcher Stelle Ihres Körpers Sie ein Trendteil platzieren. Haben Sie einen schmalen Oberkörper, dann bietet sich eine trendige Bluse oder ein Top an. Sind Ihre Beine Ihr Highlight, wählen Sie eine angesagte Hosen- oder Rockform. Sind es Ihre Fesseln und Füße, auf die Sie stolz sind, schauen Sie sich nach modischen Schuhen um. Sie sehen, worauf das hinausläuft oder?

Und was machen Sie mit dem Rest des Körpers? Genau: Jetzt kommen Ihre zeitlosen, hochwertigen Basics ins Spiel. Diese bieten nämlich genau die Erdung für Ihren Look, die auffällige Trendteile benötigen, um erwachsen zu wirken.

  1. Achten Sie darauf, dass Ihre gesamte Silhouette modern wirkt!

Oft sind es nicht auffällige Kleidungsstücke, die einen Trend definieren, sondern eine bestimmte Silhouette der gesamten Looks. Diese hängt damit zusammen, welche Kleidungsstücke miteinander kombiniert und wie sie gestylt werden. Auch dabei gibt es Silhouetten, die figurfreundlicher sind als andere.

Beispielsweise werden derzeit von den jungen Fashionistas (Modebewusste) gerne weite Strickwaren über weiten Culottes (knielange Damenhose, die einem weiten Rock ähnelt) getragen – für üppige Frauen mit großem Busen oder viele kleine Frauen der pure Horror.

Andererseits gibt es aber auch die neue Styling-Möglichkeit, weite Oberteile nur halb vorne in den Hosenbund zu stecken – der so genannte „Half Tuck“. Die dadurch entstehende Silhouette ist für viele Frauen figürlich ein wahrer Segen.

Durch die Wiederholung solcher angesagten Outfit-Silhouetten auf zahllosen Fotos in Mode-Zeitschriften und Online-Portalen verändern sich die Sehgewohnheiten – langsam finden wir Silhouetten, die wir anfangs als höchst gewöhnungsbedürftig hielten, modern und ansprechend.

Mein Tipp an dieser Stelle lautet daher: Verfolgen Sie solche Trends sehr intensiv und wählen Sie diejenigen modernen Silhouetten aus, die für Ihren Figurtyp Vorteile bringen. Denn alleine dadurch können Sie Ihren Look sofort zeitgemäß, jünger und spritziger gestalten. Und das ganz ohne Konkurrenz zu den knackigen Konturen von jungen Frauen …

Mein Zwischenfazit: Die passende Basic-Trend-Mixtur führt zu zeitlos souveränem Stil

Mein kurzes Zwischenfazit an dieser Stelle lautet daher: Hochwertige, zeitlose Basics in zeitgemäßen Schnitten sind das Rückgrat jeder reiferen Garderobe. Denn sie arbeiten für Sie wie eine geheime Verjüngungskur: Sie geben Ihnen verlorene Konturen zurück. Wenn Sie Ihre individuellen Basics mit den passenden Trends mischen und zu aktuellen Silhouetten kombinieren, ist Alter kein Thema mehr. Sie sehen modern aus. Sie wirken authentisch. Und Ihr Stil setzt sich souverän über jegliche, vermeintliche Altersgrenzen hinweg. Das ist eines der Geheimnisse zeitlosen Stils. Fortsetzung folgt…

 

 

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